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Ziele im Projekt

Jedes Lehrbuch über Projekte startet damit, zu erklären, was eigentlich ein Projekt ist. Als nächstes Kapitel findet man dann sehr schnell einen Absatz darüber, dass ein Projekt ein Ziel braucht und meistens noch sehr viele Hinweise darüber, wie ein Ziel formuliert werden muss. Dabei spielen immer wieder die S-M-A-R-T Kriterien eine wichtige Rolle.

Wir werden jetzt die S-M-A-R-T Kriterien für folgendes Ziel einmal anwenden:

„Wir wollen mehr Umsatz im Norden“

S-M-A-R-T steht dabei für folgendes:

  • S – Specific (spezifisch). Das Ziel sollte so detailliert wie möglich sein. Also besser: „Wir wollen mehr Umsatz mit Dienstleistungen in Norddeutschland“
  • M- Measurable (messbar). Das Ziel sollte messbar sein. Also besser: „Wir wollen 300% mehr Umsatz mit Dienstleistungen in Norddeutschland“.

Sollten Sie ein Projekt mit einem Ziel planen, dass eigentlich gar nicht messbar ist, dann machen Sie sich zuerst Gedanken darüber, wie sie es messen können. Wenn Sie zum Beispiel ein Projekt zur Verbesserung des Images ihrer Firma planen, dann könnten Sie zum Beispiel eine Fragebogen entwerfen, den Sie vor dem Projekt an die Kunden schicken, dann auf Basis des Fragebogens messbar machen wie ihr Image aktuell ist und am Ende des Projektes den Fragebogen noch einmal an Ihre Kunden schicken.

  • A- Agreed upon (vereinbart). Das ist etwas, was nur indirekt mit der Formulierung zu tun hat, aber in vielen Projekten einfach falsch gemacht wird. Oft wird die Zielformulierung von der Geschäftsleitung dem Projektteam einfach vorgesetzt, und unter Umständen trägt das Projektteam die Zielformulierung gar nicht mit. Unsere Empfehlung ist aus diesem Grund immer in einem Projektkickoff mit dem gesamten Projektteam eine Zielformulierung gemeinsam zu erstellen und wenn alle sagen, sie tragen das Ziel mit, mit der eigentlichen Arbeit anzufangen.
  • R- Realistic (realistisch). Ein Ziel muss realistisch sein. Also besser: “Wir wollen 50% mehr Umsatz mit Dienstleistungen in Norddeutschland“
  • T-Time bound, zeitgebunden. Das Ziel muss immer einen Zeitpunkt oder Zeitraum enthalten, sonst ist es auch gar nicht messbar. Also besser: “Wir wollen 50% mehr Umsatz mit Dienstleistungen in Norddeutschland bis zum Ende dieses Jahres.“

Ein weiterer Fehler der oft beim Definieren eines Ziels gemacht wird, ist das ein Lösungsweg schon durch das Ziel vorgegeben wird. Nehmen wir beispielsweise folgendes Projektziel:

“Wir wollen durch mehr Präsenz beim Kunden 50% mehr Umsatz mit Dienstleistungen in Norddeutschland bis zum Ende dieses Jahres.“

In diesem Fall wird die gesamte Kreativität des Projektteams vernachlässigt. Andere Lösungswege um zu mehr Umsatz zu kommen fänden gar keinen Raum mehr.

Aber warum sollte man überhaupt Ziele definieren? Dafür gibt es im Wesentlichen zwei ganz einfache Gründe: Sie machen das Projekt effektiver und die Motivation im Projektteam steigt.

Wenn das Ziel klar und messbar ist, weiß jeder genau was er zu tun hat. Wenn wir bei unserem obigen Beispiel in dem zum Beispiel Norden durch Norddeutschland ersetzt wurde bleiben, wird niemand im Projektteam seine Zeit damit verschwenden Dänisch zu lernen, weil er dachte Dänemark wäre auch im Fokus. Dieses Beispiel ist natürlich extrem, aber solche Missverständnisse im Kleinen können in Projekten sehr viel Zeit und Geld kosten. Darüber hinaus führt ein messbares Ziel dazu, dass jeder sofort weiß, dass er seine Arbeit gut gemacht hat, weil er sein Ziel erreicht hat. Dann macht die Arbeit gleich mehr Spaß.

Dies ist umso wichtiger, da Ziele im Projekt ja nicht nur die eigentlichen Ziele des Projektes sind. Jede Aufgabe in einem Projekt sollte ebenso mit einem Ziel versehen werden. Dadurch wird jeder einzelne Schritt in einem Projekt effektiver und die Motivation im Team mit jeder erledigten Aufgabe immer besser.

Weitere Artikel zum Projektmanagement finden Sie in unserer Projekt Schule.